Wir möchten, dass sich Menschen begegnen, die gerade in ähnlichen Lebenssituationen sind, die einander verstehen können in dem, was sie bewegt, in dem, was schwer ist, was gut gelingt, was nicht so gut gelingt. In dem Buch „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren heißt es: „Lange saßen sie dort und hatten es schwer. Aber sie hatten es gemeinsam schwer. Und das war ein Trost.“ Wir wünschen uns, dass etwas von diesem Trost spürbar wurde.
Wir möchten mit dieser Feier auch unsere Überzeugung zum Ausdruck bringen, dass die Menschengemeinschaft aus Lebenden und Verstorbenen besteht, dass wir einander - auch über den Tod hinaus - nahe und verbunden bleiben. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, müssen wir hergeben, was wir nicht behalten können, müssen loslassen, was wir nicht festhalten können. Und zugleich dürfen wir ganz Vieles weiterhin leben und teilen, bewahren und als kostbaren Schatz behüten. Es ist nicht allein der Tod lieber Menschen, der uns zusammenführt, es ist auch ihr Leben. Die Verbundenheit mit ihnen, Liebe und Dankbarkeit, gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen, das Wissen, dass wir zusammengehören - für immer. Weil sie gestorben sind, ja, aber auch weil sie da waren, weil Sie einander begegnet sind, weil Ihre Leben miteinander verwoben sind, sind Sie heute hier.
Wir freuen uns sehr, dass Frau Dr.
Angelika Daiker sich bereiterklärt hat, diese Erinnerungsstunde mitzugestalten. Sie ist Theologin, Trauerbegleiterin, Autorin und
die Leiterin des Hospiz St. Martin in Stuttgart-Degerloch.
Vielen Dank auch an Horst Schöller, der diese
Feier musikalisch begleitet hat.
"Beim Aufgang der Sonne und bei ihrem Untergang
erinnern wir uns an euch. Beim Wehen des Windes und in der Kälte des Winters
erinnern wir uns an euch. Beim Öffnen der Knospen und in der Wärme des Sommers
erinnern wir uns an euch. Beim Rauschen der Blätter und in der Schönheit des
Herbstes erinnern wir uns an euch. Zum Beginn eines Jahres und wenn es zu Ende
geht erinnern wir uns an euch. Wenn wir müde sind und Kraft brauchen erinnern
wir uns an euch. Wenn wir uns einsam und
verloren fühlen erinnern wir uns an euch. Wenn wir Freude erleben, die
wir so gerne mit euch teilen würden, erinnern wir uns an euch. Solange wir
leben werdet auch ihr leben, denn ihr seid und bleibt ein Teil von uns."
Segensworte
der Mitarbeitenden
Vergiss deine Träume nicht, wenn die
Nacht über dich hereinbricht und Dunkelheit dich gefangen nimmt.
Ich wünsche dir, dass dich das Unerfüllte und
Verlorengegangene in deinem Leben nicht erdrückt. Es möge dich vertiefen und
deinen Blick schärfen für das Gute und Schöne, das du empfangen und geschaffen
hast.
Hoffnung soll in deinem Leben sein, die
dir Mut und Kraft gibt, weiterzugehen, Schritt für Schritt. In deinen
Dunkelheiten sollen Kerzen brennen, in deinen Nächten Sterne leuchten.
Ich wünsche dir, dass deine
Traurigkeiten nicht vergeblich sind. Sie mögen dir dabei helfen, auch deine
Freude und dein Glück neu zu entdecken und neu zu erleben.
Hab Vertrauen. Deine Seele weiß, dass
in der Tiefe Heilung schlummert und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir, dass deine Träume immer ein klein wenig stärker
sind als deine Ängste und dass Friede und Freude dich begleiten – alle Tage
deines Lebens.